Prarabdha-Karma bedeutet Wirkung; es ist ein Karma, das sich entfaltet. Es ist auch der Grund, warum du gerade diese Webseite liest. Laut Param Pujya Dada Bhagwan: „Vom Aufenthalt im Mutterleib bis hin zum Friedhof ist alles, was ein Mensch tut, eine Wirkung (Prarabdha – Wirkung von Ursachen aus dem vergangenen Leben). Alles ist vorherbestimmt. Alles ‚Falsche‘, das die Welt tut, ist von Prarabdha abhängig, und alles ‚Gute‘, das sie tut, ist ebenfalls von Prarabdha abhängig." Diese Bedeutung von Prarabdha-Karma stammt von dem spirituellen Wissenschaftler des stufenlosen Weges zur Befreiung.

Somit steht Prarabdha für all jene Wirkungen, die ein Mensch in diesem Leben über die fünf Sinne erfährt - es wird auch als Bestimmung oder Schicksal bezeichnet. Was auch immer du in diesem Leben tust oder erhältst, selbst wenn es gegen deinen Willen geschieht, ist Prarabdha-Karma. Das Ergebnis des im vorherigen Leben gebundenen Karmas.
Laut Param Pujya Dada Bhagwan: „Die Karmas aus dem vorherigen Leben lagen in Form eines Plans vor, so, als wären sie auf einem Blatt Papier entworfen worden. Wenn sich dieser Plan nun materialisiert und zur Reife kommt, wird er Prarabdha (Schicksal) genannt. Es kann viele Jahre dauern, bis er reift – vielleicht fünfzig, fünfundsiebzig oder sogar hundert Jahre." Daher können Karmas, die im vorherigen Leben gebunden wurden, viele Jahre benötigen, bevor sie zur Reife kommen.
Lasst uns Prarabdha-Karma mithilfe einiger Ereignisse verstehen, die sich in unserem Leben ereignen.
Nehmen wir einmal an, du isst gerne scharf gewürzte Gerichte im Restaurant. Du tust dies mindestens dreimal pro Woche, obwohl deine Eltern und Freunde dir schon mehrfach gesagt haben, dass dies keine gute Angewohnheit ist. Du weißt auch, dass dies nicht gut ist, gehst aber trotzdem jede Woche hin. Was bringt dich also dazu, in dieses Restaurant zu gehen?
Laut Param Pujya Dada Bhagwan: „Sanchit-Karmas kommen aus dem vergangenen Leben als Prarabdha-Karma in dieses Leben, und deshalb ‚hat man Lust, dies und jenes zu essen‘, und so isst man weiterhin saure und scharfe Speisen. Sobald das jeweilige Sanchit-Karma, ‚im Restaurant zu essen‘, reif wird, um seine Frucht zu geben, wird das Sanchit-Karma (Ursache) in Prarabdha-Karma (Wirkung) umgewandelt, und wir werden dazu angeregt, Junkfood im Restaurant zu essen. Die Karmas, die man bindet, wie zum Beispiel ‚zu essen, zu trinken und sich zu vergnügen‘, werden Sanchit-Karmas oder angesammelte Karmas genannt. Solche Karmas werden auf einer subtilen Ebene angesammelt, und wenn sie kurz davor sind, zu reifen und ihre Früchte zu geben, wird eine Person zum Essen angeregt, und wenn sie mit dem Essen fertig ist, wird dies Prarabdha-Karma (Schicksal) genannt."
Hier ist Schicksal (Prarabdha-Karma) also jener Teil des angesammelten Karmas (Sanchit-Karma), der in diesem Leben zur Wirkung kommt.

Man kann Schicksal (Prarabdha) nicht verändern, doch durch die Gnade des Gnani Purush kann die Bitterkeit des Leidens gemindert werden; das Leiden selbst kann jedoch nicht vollständig beseitigt werden.
Laut Param Pujya Dada Bhagwan: „Wenn du am Vorabend beschlossen hast, am nächsten Morgen früh aufzustehen, aber verschläfst, solltest du nicht zu den anderen sagen: ‚Warum habt ihr mich nicht geweckt, obwohl ihr wusstet, dass ich einen Zug erreichen musste?‘ Du brauchst deswegen kein Aufhebens zu machen. Sie hätten es selbst dann vergessen, wenn du sie gebeten hättest, dich zu wecken. Gibt es einen Grund, Aufhebens zu machen, wenn dein spätes Aufwachen Prarabdha selbst ist? Und falls dein Tee ohne Zucker kommt, entscheide für dich selbst, dass es aufgrund deines Schicksals (Prarabdha) ist, dass du Tee ohne Zucker bekommen hast. Niemand sollte dafür verantwortlich gemacht werden. Bitte entweder um etwas Zucker oder entscheide für dich, dass du überhaupt nicht darum bitten möchtest. Tue eines von beiden."
Param Pujya Dada Bhagwan hat außerdem gesagt: „Es ist kein Vergehen, wenn du jemanden als gut bezeichnest, wenn er gut ist. Aber es ist ein Fehlverhalten, wenn du jemanden als schlecht bezeichnest, obwohl er gut ist, und es ist ein Fehlverhalten, wenn du einen schlechten Menschen als schlecht bezeichnest – ein großes Fehlverhalten! Denn in Wirklichkeit ist er niemals schlecht; es ist sein Schicksal-Karma (Prarabdha-Karma), das ihn schlecht erscheinen lässt. Was meinen wir mit Prarabdha? Es sind seine Umstände, die ihn schlecht gemacht haben – wie können wir ihm dann die Schuld geben? Hast du das verstanden? Dies ist eine sehr subtile und tiefgründige Aussage. Du wirst sie weder in den Schriften finden noch von irgendeinem Asketen (Sadhu) hören."
Kurz gesagt ist Prarabdha das Entfalten der im vergangenen Leben gebundenen Karmas. Für einen gewöhnlichen Menschen ist es unausweichlich. Obwohl Prarabdha-Karmas als unausweichlich gelten, kann das Erlangen der Selbst-Realisation durch die Gnade eines Gnani Purush dabei helfen, sie mit Gelassenheit und Gleichmut zu durchleben, wodurch keine neuen Karmas gebunden werden.
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