
Es wird gesagt, dass es im gegenwärtigen Zeitzyklus keinen
Gnani Purush (= der Erleuchtete) gibt. Das stimmt jedoch nicht.
Menschen, die sich gut in den heiligen Schriften auskennen, sind
noch keine Gnanis. Ein Gnani Purush hat nicht nur
Selbst-Verwirklichung erreicht, sondern hat die spirituelle Kraft,
andere zu befreien. Nur ein Gnani Purush, der von allen weltlichen
Anhaftungen befreit ist, hat die Kraft auch andere zu befreien.
Selbst-Verwirklichung oder Befreiung kann nicht erreicht werden,
indem man die heiligen Bücher liest, selbst, wenn diese Bücher die
Worte eines Gnanis wären. Selbst-Verwirklichung kann nur im
direkten Kontakt mit einem lebenden Gnani erreicht werden. Ein
solches Wesen, ein Gnani Purush, lebte vor nicht allzu langer Zeit
mitten unter uns. Sein Name war Param Pujya Ambalal Muljibhai Patel
(auch liebevoll "Dadashri" oder "Dada Bhagwan"
genannt).
Param Pujya Dadashri pflegte zu sagen, dass es einen großen
Unterschied zwischen einem Gnani Purush und einem Guru gibt! Ein
Guru ist derjenige, der seine Seele noch nicht realisiert hat, der
sich aber seinem Merit Karma (= positivem Karma) verpflichtet hat
und auf dem Weg zur Befreiung ist. Er hilft Menschen, die danach
streben, ein besseres Leben in dieser Welt zu führen. Für die
Befreiung jedoch braucht man einen Gnani Purush, ein
selbst-verwirklichtes Wesen.
Im Folgenden sind einige Qualitäten eines Gnani Purush
aufgeführt. Du kannst sie bei Param Pujya Dadashri, bei Pujya
Niruma und bei Pujya Deepakbhai beobachten.
- Ihre Art zu sprechen, ihr Handeln, ihre Bescheidenheit sind so
voller Mitgefühl, dass man seinen Widerstand aufgibt.
- Ihr friedvolles Lächeln lässt einem die eigenen Nöte
vergessen.
- Der Gnani Purush hat nicht das geringste Ego.
- Der Gnani Purush hat nicht einen Hauch von Intellekt (buddhi-
das Licht des Wissen, das durch das Ego ausgedrückt wird).
Ein Gnani Purush kennt die Eigenschaften des Selbst sowie des
nicht-selbst, und er kann die beiden voneinander trennen.