
Wenn man Menschen nach den Arten von Karma fragt, erhält man mit Sicherheit unterschiedliche Antworten. Einige werden einfach mit „positives Karma“ und „negatives Karma“ antworten, während andere Begriffe aus den heiligen Schriften verwenden werden, wie „positives Karma“, „negatives Karma“, „Mohaniya Karma (illusionäre Anhaftung)“, „Antaray Karma“, „Sanchit Karma“ und „Prarabdha Karma“. Gibt es also tatsächlich so viele Arten von Karma? Ja, die gibt es!
Die meisten Menschen neigen dazu, Karma als positiv (Merit oder Punya) oder negativ (Demerit oder Paap) einzustufen. Warum? Das liegt an dem Glück oder Leid, das sie erfahren, wenn sich aufgeladenes Karma entlädt. Die Wirkung von gebundenem Karma kann also entweder leidvoll oder freudvoll sein. Wenn die Dinge gemäß deinen Wünschen verlaufen, liegt das an deinem guten (Merit) Karma, und wenn die Dinge entgegen deiner Wünsche verlaufen, liegt das an deinem negativen (Demerit) Karma.
Gemäß Param Pujya Dada Bhagwan „bindet die Absicht, anderen Glück zu schenken, gutes Karma, während die Absicht, anderen Leid zuzufügen, schlechtes Karma bindet.“
Es gibt zwei Arten von positivem (Merit) Karma und zwei Arten von negativem (Demerit) Karma, die wie folgt aussehen:
Dies sind die allgemein bekannten drei Arten von Karma. Karma ist stets zeitgebunden, da kein Karma ewig bestehen kann. Jedes Karma endet, sobald es sich manifestiert und seine Wirkung hervorgebracht hat. Dies bedeutet, dass es eine Zeitspanne gibt, vom Moment, in dem Karma gebunden wird, bis zu dem Zeitpunkt, an dem es seine Wirkung zeigt.
Laut Param Pujya Dada Bhagwan: „Die Karmas, die man bindet, wie zum Beispiel zu essen, zu trinken und sich zu vergnügen, werden Sanchita-Karma oder angesammeltes Karma genannt. Solche Karmas werden auf einer subtilen Ebene angesammelt, und wenn sie kurz davor sind, zu reifen und ihre Früchte zu geben, wird eine Person dazu angeregt, ungesunde Nahrung zu essen. Wenn sie mit dem Essen fertig ist, wird dies Prarabdha-Karma (Schicksal) genannt. Dies wiederum führt zu einer endgültigen Wirkung, nämlich daran zu erkranken und Durchfall zu bekommen. Dies wird Kriyamana-Karma oder erschöpfendes Folgekarma (Wirkung der Wirkung) genannt.“
Dravyakarma wird als Sanchit-Karma betrachtet und bleibt als karmisches Guthaben (Bilanz) aus dem vergangenen Leben bestehen, aus dem sich die Karmas eines nach dem anderen entfalten. Wenn sie bereit sind, ihre Wirkung zu geben, nennt man es Prarabdha-Karma.
Das Gesamtguthaben (die Bilanz) aller Karmas, die ein Mensch im gesamten Leben bindet, wird in acht Arten von Karma unterteilt; sie werden als Dravyakarma bezeichnet. Als Ergebnis davon erhält man in diesem Leben zwei Dinge: die falsche 'relative' Brille, (die einen nicht sehen lässt, wie es wirklich ist) und den Körper. Aufgrund der falschen (relativen) Brille entsteht die falsche (relative) Absicht. Man sieht entsprechend der Art der „Brille“ (Schleier, Augenbinde) des Dravyakarmas, die man trägt.
Gnanavaraniya (Wissen verschleiernd), Darshanavaraniya (Sicht verschleiernd), Mohaniya (Täuschung) und Antaray (Behinderung); das sind die falschen „Brillen“, die vier Augenbinden. Diese vier werden als destruktive (Ghati) Arten von Karma bezeichnet. Solange diese vier Arten von Karma bestehen, wird das Selbst (die Seele) immer wieder unterdrückt. Das bedeutet, dass sich immer wieder ein Schleier über das Selbst legt.
Vedaniya (Vergnügen und Schmerz), Naam (Name-Form), Gotra (Status) und Ayushya (Lebensspanne) erhält man in Form des Körpers. Diese vier sind die nicht destruktiven (Aghati) Arten von Karma. Aghati bedeutet, dass sie keinen Schleier über das Selbst legen.
All diese acht Arten von Karma sind tatsächlich von Geburt an vorhanden. Was ist dieser Körper? Woraus ist er gemacht? Die Antwort lautet: Er ist tatsächlich ein Paket aus diesen acht Arten von Karma.
Im Folgenden sind die vier zerstörerischen Karmas aufgeführt:
Absolutes Wissen (Keval Gnan) ist erreicht, wenn diese vier Arten von Karma vollständig zerstört sind, obwohl die vier nicht zerstörerischen Arten von Karma noch weiterhin bestehen.
Im Folgenden werden die vier nicht zerstörerischen Karma-Arten aufgeführt:
Die nicht-zerstörerischen Arten von Karma kommen entsprechend dem positiven und dem negativen Karma zum Tragen. Andere in irgendeiner Weise zu verletzen, führt zu negativem Karma, während anderen Glück zu schenken zu positivem Karma führt.
Wenn all die nicht zerstörerischen Arten von Karma nach dem Erreichen des absoluten Wissens (Keval Gnan) aufgebraucht sind, erfolgt die Befreiung noch im selben Leben.
Welches Dravya Karma auch immer einem begegnet, wenn es mit Gleichmut beglichen wird, wird man frei von diesem Dravya Karma. Wenn die Schleier, die das Wissen und Sehen verdecken, beseitigt sind, dann wird alles in Ordnung kommen.
Durch das Wissen von Akram Vignan werden diese Schleier gelüftet; Sicht verschleierndes Karma (Darshan Avaran) und Täuschungs-(Mohaniya)-Karma enden vollständig!
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