
Für die meisten Menschen bedeutet Karma eine Handlung. Doch diese Interpretation ist nur ein Teil dessen, was Karma wirklich ist. Wusstest du, dass Karma mehr ist als gehen, essen, schlafen, arbeiten, tanzen, spielen, denken und jede andere grobstoffliche Handlung?
Karma ist nicht das, was die meisten Menschen darunter verstehen; wir erkennen Karma nur teilweise. Dieses unvollständige Verständnis ist vermutlich die Ursache für die unterschiedlichen Ansichten zu diesem Begriff. Genau das ist der Grund für die Vielzahl an Definitionen von Karma.
Während die Mehrheit der Menschen glaubt, Karma sei nichts weiter als eine Handlung, halten andere es für das Ergebnis einer Handlung. Nun, Karma ist nicht bloß eine Handlung oder deren Ergebnis, sondern setzt sich aus noch etwas anderem zusammen. Was also ist dieses ‚Etwas mehr‘? Kommen wir direkt zur Sache!
Hier eine einfache Erklärung, was Karma bedeutet:
Karma ist ein Oberbegriff, der einen Samen (die Ursache) und seine Frucht (die Wirkung) umfasst. Es handelt sich um einen zweistufigen Prozess.

Dieses Verständnis von Karma ist wissenschaftlich, denn eine der grundlegenden Bedeutungen von Wissenschaft ist nichts anderes als die Analyse und Beobachtung von Ursache und Wirkung: Bestimmte Faktoren (Ursachen) werden zusammengebracht und anschließend wird beobachtet, welches Ergebnis (welche Wirkung) diese Kombination hervorbringt.
Laut dem indischen spirituellen Wissenschaftler des Akram Vignan, Param Pujya Dada Bhagwan, ist es der Samen des Karmas (die Ursache), der in einem nächsten Leben die Frucht des Karmas (die Wirkung) hervorbringt. Die Menschen glauben, Karma seien die äußeren Handlungen, die sie ausführen – wie Essen, Schlafen, jemanden schlagen usw. Sie bezeichnen alle Handlungen als ‚Karma‘. In Wirklichkeit jedoch ist das, was sie als Handlung wahrnehmen, lediglich die Frucht des Karmas und nicht das eigentliche Karma selbst.
Lass uns diese Beziehung zwischen Ursache und Wirkung anhand eines Beispiels verstehen.
Nehmen wir an, es gibt einen Vater mit einem 16-jährigen Sohn im Teenageralter. Dieser Sohn geht täglich mit seinen Freunden in ein Restaurant, um dort leckeres Junkfood zu essen.
Der Vater sagt ihm jeden Tag, dass er solches Essen nicht zu sich nehmen soll, da es zu schlechter Gesundheit oder Krankheiten wie Darmentzündungen (Kolitis) führen kann. Der Sohn stimmt dem auch zu und erkennt an, dass es keine gute Gewohnheit ist, täglich Junkfood zu essen.
Dennoch sagt er, dass er sich in dem Moment, in dem er an einem solchen Restaurant vorbeigeht, nicht kontrollieren kann; er verspürt plötzlich eine starke Anziehung. Er sagt auch, dass die meisten seiner Freunde bereits aufgehört haben, Junkfood zu essen – er selbst jedoch schafft es nicht, sich davon abzuhalten

Schließlich leidet der Sohn nach fünf Jahren an einer Darmentzündung (Kolitis). Nach der Diagnose sagt der Vater zu ihm, dass dies das Ergebnis bzw. die Frucht seiner schlechten Handlung sei – nämlich des täglichen Verzehrs von Junkfood.
Daraus folgt, dass der Sohn etwas getan haben muss, bevor er diese schlechte Handlung beging und später deren Wirkung (das Ergebnis) erleiden musste. Genau dieses Etwas war es, das ihn dazu brachte, diese Handlung auszuführen und in diesem Leben später die Konsequenz zu erfahren.
Laut Param Pujya Dada Bhagwan liegt der Grund dafür, dass der Sohn eine Anziehung verspürte und sich nicht davon abhalten konnte, in dem Samen, der in einem früheren Leben gesät wurde. Er hatte dieses Karma im vorherigen Leben aufgeladen bzw. gebunden, indem er eine innere Absicht gefasst hatte, zum Beispiel: ‚Das Leben ist zum Vergnügen da; also iss und genieße.‘ Mit anderen Worten: Die eigentliche Ursache lag in einem früheren Leben. Dies ist ein wesentlicher Punkt, den es zu verstehen gilt, wenn man erforschen möchte, was Karma ist.
Durch den Beweis dieses Widerspruchs wird deutlich, dass die Absicht die Ursache setzt, nicht die Handlung!
Hast du nicht auch das Gefühl, dass Absicht nichts anderes ist als eine subtile Handlung, die nur du selbst erkennen kannst?
Musste der Sohn zwangsläufig an der Darmentzündung (Kolitis) erkranken? Schließlich gibt es viele Menschen, die täglich Junkfood essen und trotzdem jahrelang gesund bleiben.
Alles, was du derzeit mit deinen fünf Sinnen erfährst – die äußeren, greifbaren Wirkungen –, von der Geburt bis zum Tod, sind ausschließlich Wirkungen bzw. Früchte der im vergangenen Leben gebundenen Karmas (Ursachen).
Fragender: Was ist die Definition von Karma?
Dadashri: Jede Handlung mit der Behauptung zu unterstützen: ‚Ich tue das', ist Karma. Wenn du sagst, dass du für eine Handlung verantwortlich bist, bindest du Karma. Wenn du die Handlung mit dem Gedanken „Ich bin der Handelnde“ machst, bedeutet das, Karma zu binden. Genau diese Unterstützung des Glaubens an das ‚Handelnder sein‘ bindet Karma.
Wenn du weißt, dass du nicht der Handelnde bist und dir bewusst bist, wer der wahre Handelnde ist, „Ich bin nicht der Handelnde” und „Wer ist der Handelnde?”, dann wird die Handlung keine Unterstützung finden und das Karma wird entladen und löst sich auf.
Wenn dich jemand lobt, bist du erfreut; wenn er dich beleidigt, bringt es dich aus der Fassung. Der äußere Ausdruck der Emotion ist dabei unwesentlich. Entscheidend ist die innere Absicht dieser Reaktionen – Anhaftung und Abneigung. Diese innere Reaktion ist die Ursache. Genau diese innere Reaktion bindet Karma, und dieses Karma wird im nächsten Leben als Wirkung entladen. Dein ganzes Leben ist eine Wirkung. Die innere Absicht im Leben (Bhaav) – das ist die Ursache. Und es gibt einen Handelnden dieser Absicht (Bhaav). Dieser wird das Ego genannt: „Ich bin <setze deinen Namen ein>, und das geschieht mir. Ich leide.“
Um zu erfahren, was Karma aus der ultimativen Perspektive ist, schau dieses Video an:
1) Was ist die Hauptursache von Karma? Was bindet Karma? Karma bleibt so lange bestehen, wie man denkt, dass man selbst der Handelnde ist. Solange die Überzeugung existiert: "Ich bin Chandubhai", wird Karma gebunden. "Ich bin Chandubhai" ist Aropit Bhaav (eine irrtümliche Sichtweise; falsche Zuordnung der Überzeugung: "Ich bin Chandubhai" über das Selbst) und somit wird man zum Handelnden.
2) Solange du dich als der Handelnde betrachtest, bindest du Karma. Karma beruht auf der Annahme, der Handelnde zu sein. Wenn der Gnani Purush (der Erleuchtete) diese Grundlage (der Handelnde zu sein) entfernt, hört das Aufladen von Karma auf. Dann bleibt nur noch die Entladung des Karmas bestehen.
Buchtitel: "Die Wissenschaft von Karma" (Seite 2, Absatz 2 und folgende; Seite 3, Absatz 1)
Q. Wie funktioniert Karma? Ein tiefer Einblick in den Karma-Kreislauf
A. Karma wirkt auf wissenschaftliche und natürliche Weise. Newtons drittes Gesetz liefert die Antwort... Read More
Q. Welche verschiedenen Arten von Karma gibt es?
A. Wenn man Menschen nach den Arten von Karma fragt, erhält man mit Sicherheit unterschiedliche... Read More
Q. Hat man die Wahl zu handeln?
A. Dadashri: Passiert es dir manchmal, dass du etwas gegen deinen Wunsch tust? Passiert es oder... Read More
Q. Wird Karma durch innere Aktionen gebunden?
A. Fragender: Gilt Karma für Menschen? Dadashri: Menschen tun nichts als Karma zu binden, die ganze... Read More
Q. Wer ist gebunden: Körper oder Seele?
A. Fragender: Ist nun der Körper oder die Seele gebunden? Dadashri: Der Körper selbst ist Karma,... Read More
A. Fragender: So, wer verwaltet all das? Dadashri: Die Regeln von Karma sind so: Wenn du Karma... Read More
Q. Warum leiden gute Menschen?
A. Fragender: Wenn eine Person aufgrund einer Krankheit stirbt, sagen die Leute, es ist wegen dem... Read More
Q. Gutes und schlechtes Karma kann nur im menschlichen Leben gebunden werden.
A. Fragender: Wird Karma nur in der menschlichen Lebensform gebunden, inklusive des guten... Read More
Q. Kann gutes Karma schlechtes Karma aufheben?
A. Fragender: Ist das Leiden ein reines Ergebnis von Addition und Subtraktion von schlechtem und... Read More
Q. Der Weg der Befreiung von den Fesseln des Karmas
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Q. Wann wird kein Karma mehr gebunden?
A. Fragender: Wann stoppt das Binden von Karma? Dadashri: Es ist, wenn du die Erfahrung gemacht... Read More
Q. Was bedeutet Prarabdha Karma?
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