WEITERE FRAGEN

Warum sollten wir im Leben positiv sein? Wie wirkt sich Negativität auf dich selbst und andere aus?

Es gibt nichts Höheres auf dieser Welt als eine positive Sichtweise. Warum ist positives Denken so wichtig? Wenn wir im Leben immer positiv bleiben und niemals negativ werden könnten, würden Sorgen, Enttäuschungen und Depressionen niemals entstehen. Dies sind nur einige der Vorteile, positiv zu bleiben. Doch die Aufgabe des negativen Verstandes ist es, ständig die Schwächen der Menschen aufzuzeigen, die uns nahestehen.

Negativität hat schädliche Auswirkungen sowohl auf einen selbst als auch auf andere. Denn das gesamte Universum ist dicht mit Teilchen erfüllt. Die Wissenschaft dieser Teilchen funktioniert so, dass positive Schwingungen in den Teilchen entstehen, wenn wir positiv denken, und negative Schwingungen, wenn wir negativ denken. Welche Gedanken wir auch immer über eine Person hegen, diese Schwingungen erreichen diese Person. Basierend auf diesen Schwingungen erlebt die andere Person dann ebenfalls diese positiven oder negativen Gefühle.

Wenn man die Nebenwirkungen der Negativität versteht, wird man entschlossen sein, sich von ihr zu befreien. Wenn wir glücklich sein wollen, sollten wir immer positiv bleiben, damit das Negative uns nicht beeinflusst.

So wie eine Münze zwei Seiten hat, hat auch das Leben zwei mögliche Ausgänge: „positiv“ und „negativ“. Auf dieser Welt bringt Negativität Leid, und Positivität bringt Glück. Dies ist der Hauptgrund, warum wir im Leben positiv sein sollten. Wer seinen Geist beständig positiv hält, wird wahrhaftig zu Gott. Negativität verschwendet nicht nur Zeit mit weltlichen Angelegenheiten und verstrickt uns, sondern hindert auch das Glück daran, sich uns zu nähern, und hält uns gefangen im weltlichen Dasein.

Negativität verursacht Leid, Positivität bringt inneren Frieden.

Negativität führt zum Verlust des Glücks, es entstehen Konflikte und Leid, und der Verstand ist ständig unruhig. Besonders wenn wir die Schwächen anderer Menschen sehen, erleben wir viel Leid. Unsere negativen Schwingungen erreichen die andere Person, und deren Gegenschwingungen erreichen uns; dieser kreisförmige Prozess setzt sich unaufhörlich fort.

Negative Sichtweise bringt Unruhe, während positive Sichtweise inneren Frieden bringt. Zum Beispiel: Jemand hat sich einen größeren Geldbetrag von uns geliehen und hat nicht vor, ihn zurückzuzahlen, und mitten in der Nacht kommt uns der Gedanke: „Es sieht so aus, als würde er es mir nicht zurückzahlen. Was wird jetzt geschehen?“ – ein Gedanke, der uns nicht schlafen lässt. Wenn wir stattdessen positiv bleiben und denken: „Wenn das Geld zurückgezahlt werden soll, wird es zu seiner Zeit kommen, aber jetzt lass uns erst einmal gut schlafen!“, dann wird unsere Nacht friedlich sein.

Wenn wir im Leben gegenüber allen in unserem Zuhause, unserer Familie und unserer Nachbarschaft eine positive Grundhaltung einnehmen, werden sich Konflikte verringern und wir werden Frieden erfahren. Unser Geist wird nicht gestört sein. Wenn es etwas Wertvolleres auf dieser Welt gibt, dann ist es der innere Frieden. Innere Verluste wiegen weitaus schwerer als äußere Verluste. Deshalb ist es klug, immer positiv zu bleiben.

Negativität zehrt an der Energie, Positivität stärkt sie

Negativität raubt uns unsere Energie. Wenn uns zum Beispiel eine Aufgabe übertragen wird und wir negativ denken: „Das werde ich nicht schaffen“, dann verlieren wir in genau diesem Moment die Energie, die Aufgabe zu erledigen. Wenn man ständig negativ über sich selbst denkt, wird man mit der Zeit ein Opfer von Verzweiflung und Depression.

Sobald also ein negativer Gedanke im Geist aufsteigt, ersetze ihn sofort durch einen positiven, wie zum Beispiel: „Warum sollte es nicht klappen? Es wird sicher gelingen.“ Auf diese Weise werden deine Energien nicht schwinden. Wenn wir uns unserer Gedanken und unseres Umgangs mit anderen bewusst bleiben und uns darauf konzentrieren, negative Gedanken in positive zu verwandeln, dann offenbaren sich unsere inneren Kräfte.

Negativität vergrößert die Distanz, Positivität gewinnt den Menschen

Negativität gegenüber nahestehenden Menschen entfernt uns weiter von ihnen. Wenn eine Person negativ über uns spricht, beginnen wir sofort, auch ihre Schwächen zu sehen. Menschen werden es nicht genießen, mit uns zusammenzuarbeiten, und auch wir werden es nicht genießen können, mit ihnen zusammenzuarbeiten. Wenn wir die Fehler eines Angestellten sehen, wird auch er die Stelle verlassen. Die wiederholte Wahrnehmung der Schwächen einer Person führt zu innerer Spaltung, und die Verbundenheit mit dieser Person schwindet. Deshalb ist es für herzliche persönliche und berufliche Beziehungen unerlässlich, positiv zu sein.

Wenn wir ständig von jemandem frustriert sind, dann wird das Sehen seiner Schwächen keinen Unterschied machen oder ihn verändern; vielmehr wird unsere Frustration zunehmen. Stattdessen sollten wir die Person für uns gewinnen, indem wir ihr gegenüber positiv bleiben.

Negativität verschlechtert zwischenmenschliche Beziehungen; Positivität macht den Umgang mit anderen schön

Wenn wir wiederholt die Schwächen einer Person sehen, dann beginnt sich unser Umgang mit dieser Person zu verschlechtern. Durch Positivität hingegen wird die Beziehung schön und friedlich.

In allem negativ zu sein, vermehrt Beschwerden und Probleme, während positiv zu bleiben keine Probleme, Schwierigkeiten oder Beschwerden verursacht.

Negativität wird es einem nicht erlauben, sich auf andere einzustellen, und wird dazu führen, dass man bei jedem Fehler sieht. Positivität hingegen findet in jeder Situation eine Lösung und hilft uns, uns anzupassen und uns einzufügen. Deshalb ist es notwendig, positiv zu sein.

Negative Worte richten zugrunde, positive Worte verbessern

Wenn wir eine negative Meinung über jemanden haben, verschlechtert sich diese Person tendenziell noch weiter. Ein einziges falsch ausgesprochenes Wort kann dazu führen, dass sich die andere Person in einem Netz von Negativität verstrickt. Zum Beispiel: Wenn ein Junge zu Hause den Gästen Wasser serviert und seine Eltern sagen: „Unser Sohn ist sehr hilfsbereit“, dann wird seine positive Eigenschaft genährt, und er nimmt sich im Geist vor: „Ich werde noch hilfsbereiter sein.“ Dann wird er beim nächsten Mal begierig sein zu helfen.

Wenn die Eltern jedoch sagen: „Er ist sehr stur“, oder wenn er etwas Gutes tut, dabei aber einen kleinen Fehler macht, und sie bemerken: „Er hat Wasser serviert, aber das Glas zerbrochen; er richtet immer Schaden an“, dann wird diese negative Meinung dazu führen, dass sich der Junge weiter verschlechtert. Dann wird er beschließen: „Ich werde nicht mehr hilfsbereit sein!“ Wenn Eltern streiten, um die Fehler ihrer Kinder zu korrigieren, kann dies ihre positiven Eigenschaften zunichte machen. Dies ist eine große Verantwortung für Eltern.

Wenn jemand einen Fehler macht, kann man ihm das richtige Verständnis vermitteln, aber wenn wir negativ über ihn sprechen, dann werden wir selbst schuldig. Wenn wir stattdessen positiv über diese Person sprechen, wird es sie stärken, und auch wir werden uns keine eigene Schuld aufladen.

Negative Worte brechen das Ego eines Menschen. Wenn wir stattdessen über den Fehler der anderen Person schweigen, wird sie selbst eine Wandlung in ihrem Leben herbeiführen. Ein historisches Beispiel belegt diesen Punkt. Als Mahatma Gandhi etwa fünfzehn Jahre alt war, machte sein Bruder aufgrund der schlechten Angewohnheit, Fleisch zu essen, etwa fünfundzwanzig Rupien Schulden. Zu jener Zeit waren fünfundzwanzig Rupien sehr wertvoll. Beide Brüder überlegten, wie sie die Schulden zurückzahlen könnten, als ihnen eine Lösung einfiel.

Gandhi schnitt ein Stück vom massiven Goldarmreif seines Bruders ab, verkaufte es und beglich mit dem Geld die Schulden. Von Reue über den Diebstahl erfüllt, schrieb Gandhi seinem Vater einen Brief, in dem er den Fehler gestand. Er befürchtete, sein Vater werde zornig sein und ihn scharf zurechtweisen. Doch stattdessen sagte sein Vater nichts und blieb still. Nur zwei Tränen rollten über sein Gesicht. Dieses Schweigen hatte eine enorme Wirkung auf Gandhi. Diese Wirkung bewahrte ihn für den Rest seines Lebens davor, ein Unrecht zu begehen.

Negative Worte brechen das Ego, positive Worte stärken es

Wenn wir negative Worte über jemanden sprechen, stört das seine Geisteshaltung. Er fühlt sich verletzt, sein Ego wird verwundet, und seine Begeisterung schwindet. Negative Äußerungen  kommen häufig in Beziehungen wie zwischen Ehepartnern, Schwiegereltern, Eltern und Kinder oder Angestellter und Arbeitgeber vor. Zum Beispiel Dinge zu sagen wie: „Du bist zu langsam, so schwach.“ Oder: „Du hast keine Ahnung, du wirst niemals Erfolg haben“, „Du willst nie arbeiten, du willst dich nur angeben“, „Ich bin es so leid mit dir.“ Nachdem sie durch solche Worte verletzt wurde, unterdrückt die andere Person entweder ihr Ego oder schlägt zurück.

Die Auswirkungen negativer Worte können verheerend sein. Zum Beispiel lösten Draupadis Worte, „Der Sohn des Blinden ist blind“, den großen Krieg des Mahabharata aus. Sprich daher positiv, was weder anderen noch dir selbst schadet. Wenn Negativität der anderen Person nur einen einzigen Schaden zufügt, verursacht sie einem selbst zehnmal mehr Schaden.

Negative Worte haben eine schädliche psychologische Wirkung auf die andere Person. Wenn eine Schwiegermutter ihrer Schwiegertochter wiederholt sagt: „Du bist verrückt“, wird sie schließlich tatsächlich verrückt werden. Positive Worte hingegen können sogar einen wahnsinnigen Menschen zur Besinnung bringen; sage ihm: „Du bist weise“, und sein Wahnsinn wird verschwinden. Ist das Ego einer anderen Person schwach ist, dann stärkt Positivität es. Menschen werden so, wie wir sie betrachten.

Wir sollten also so sprechen, dass sich die Negativität des anderen auflöst. Wir sollten so positiv sein, dass die Negativität der anderen Person dahinschmilzt. So wie ein Sandelholzbaum weiterhin seinen Duft verströmt, selbst wenn er gefällt, geschnitten, geschält oder geschüttelt wird, so bringt ein positives Ego stets Freude für andere, ganz gleich unter welchen Umständen. Wenn wir stets das Positive in Menschen sehen und niemals das Negative wahrnehmen, dann wird unsere Sprache von selbst schön werden. Dies ist ein weiterer Grund, positiv zu sein.

Negativität kritisiert, Positivität lobt

Oftmals ist Eifersucht die eigentliche Ursache dafür, dass man anderen gegenüber negativ ist. „Ich bin sehr gut“ – wenn dieses Ego wächst, dann ist man unfähig, das Gute in anderen zu sehen, und dort entsteht Eifersucht, und man beginnt, den anderen herabzusetzen. Als Ergebnis übt man sich in Kritik und negativen Gesprächen. In Wirklichkeit wirkt es sich auf unsere eigene Seele aus, wenn wir jemanden kritisieren, indem wir sagen: „Diese Person ist so oder so.“ Andere zu kritisieren ist dasselbe wie das Göttliche in ihnen zu kritisieren. Das führt letztendlich zu Leid und Kummer für einen selbst. 

Meistens, wenn negative Gespräche in Abwesenheit einer Person stattfinden, wird die Sache übertrieben aufgeblasen. Die Leute graben sich darin ein, verkomplizieren die Lage, und wenn das Gespräch die betroffene Person erreicht, verursacht es ihr tiefen Schmerz. Das schadet nicht nur demjenigen, der kritisiert, sondern vergiftet auch die Gedanken der anderen, die dieser Negativität zuhören.

Übermäßige Kritik kann zu einer niedrigeren Lebensform führen, sogar bis hin zur Wiedergeburt als Tier. So wie ein Dieb für sein Verbrechen eine Gefängnisstrafe absitzen muss, kann es sein, dass, wenn jemand als Ochse wiedergeboren wird, sein Besitzer ihm einen Maulkorb anlegt, ihn peitscht oder ihm Nahrung verweigert, während er hilflos bleibt und kein Wort sprechen kann.w

Es ist das Gesetz der Natur: Wenn wir die guten Eigenschaften anderer anerkennen und loben, beginnen diese Eigenschaften sich auch in uns selbst zu manifestieren. Wenn wir auf jemanden eifersüchtig sind, wird die Ermutigung seiner positiven Eigenschaften unsere Eifersucht auflösen. Nicht nur das – wenn uns diese Eigenschaften fehlen, werden sie beginnen, sich in uns zu entwickeln, und wenn wir sie bereits besitzen, werden sie stärker werden.

Negativität vermehrt Rachegefühle, während Positivität Rachegefühle auflöst

Dies ist ein weiterer wichtiger Grund, positiv zu sein. Ein negatives Ego verursacht nicht nur Leid für einen selbst, sondern verletzt auch andere Menschen im Umfeld. Dann beginnt man, anderen Menschen die Schuld zu geben oder gerät mit ihnen in Konflikte. Besonders wenn Konflikte mit schwächeren Menschen entstehen, hegt das Ego dann einen Groll.

Ein positives Ego hingegen fügt niemandem auf der Welt Schaden zu. Ein Mensch mit positivem Ego kann friedlich bleiben und auch anderen Glück und Ruhe schenken. Positivität hält nicht nur weltliches Leid fern, sondern verbessert auch die Gesundheit von Geist, Sprache und Körper.

Eine positive Sichtweise bringt unmittelbare Ergebnisse, schenkt Freiheit und verhindert die Anhäufung negativen Karmas. Mit Positivität entsteht kein Groll in der Welt, und man wird leichter. Wenn sich das Ego schließlich vollständig auflöst, erlangt man letztlich die Befreiung von der Welt.

Negativität verwandelt einen in einen Dämon, während Positivität einen zu Gott (göttlich) macht

Die positive Sichtweise besitzt eine solche Kraft, dass sie einen Menschen in Gott verwandeln kann, während die negative Sichtweise einen Menschen in einen Dämon verwandeln kann. Der negative Verstand, der die Wahrnehmung verzerrt, kann einen Menschen in eine so tiefe, zerstörerische Grube führen, dass er Karmas bindet, die ihn zur Hölle führen. Eine positive Sichtweise hingegen erkennt selbst angesichts von Negativität das Gute in jeder Situation.

Krupaludev hat gesagt: „Ich bin ein Gefäß voller endloser Fehler, oh Barmherziger! Wenn ich meine eigenen Fehler nicht sehe, wie kann ich dann gerettet werden?“ Indem man sich auf die Fehler anderer konzentriert, geht man unter, aber indem man seine eigenen Fehler sieht, kann man den Ozean des weltlichen Lebens überqueren.

Die Seele repräsentiert die positive Seite, während der Verstand die negative bildet. Die spirituelle Ebene eines Menschen steigt durch Positivität erheblich an. Wenn wir negativ werden, mag es nach außen hin gemäß weltlichen Überzeugungen vorteilhaft erscheinen, doch letztlich erleiden wir innerlich einen großen Verlust, und unsere spirituelle Ebene sinkt erheblich.

Sobald wir die Kraft der Positivität einmal erfahren haben, wird sie uns nie mehr verlassen. Selbst wenn positiv zu bleiben äußerlich zu Verlust führt, bringt es innerlich immense Freiheit und Freude. Aartadhyan (ungünstiger innerer Zustand oder Geisteshaltung, der dazu führt, das [eigene] selbst zu verletzen) und Raudradhyan (ungünstiger innerer Zustand oder Geisteshaltung, der das [eigene] selbst und andere verletzt) nehmen ab. Ein Mensch mit positiver Sichtweise kann weiter voranschreiten, die richtige Sichtweise erlangen und letztlich die Befreiung erreichen.

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