WEITERE FRAGEN

Wie wird man frei von Mein-Heit und erlangt die Glückseligkeit des Selbst (Nijanand)?

Fragender: Was ist der Unterschied zwischen Egoismus (Ahamkaar) und Mein-heit (Mamata)?

Dadashri: Tatsache ist, dass der Egoismus ohne 'Mein-heit' dich zur endgültigen Befreiung (Moksha) bringen wird. Dieser Egoismus mit Mein-heit hat die Verstrickung verursacht. Ist dein Egoismus mit oder ohne Mein-heit?

Fragender: Das weiß ich noch nicht.

Dadashri: Du hast keine Mein-heit? Gehört dieser Körper nicht dir?

Fragender: Ich bin mir da nicht so sicher.

Dadashri: Bist du dir unsicher, oder ist es eine Tatsache?

Fragender: Hier ist Unsicherheit darüber, was wahr und was falsch ist; ich weiß es immer noch nicht.

Dadashri: Auch wenn du es vielleicht nicht weißt, die Mein-heit ist definitiv da. Wenn du jetzt fünfzig Rupien verlieren würdest, wärst du dann beunruhigt oder nicht?

Fragender: Für kurze Zeit schon.

Dadashri: Ja, ja, für kurze Zeit wirst du es so empfinden, richtig? Das ist Mein-heit. Es gibt Mein-heit, auf die eine oder andere Weise.

Solange der Egoismus am Leben ist, ist immer Mein-heit da. Und was ist Mein-heit? Die Antwort ist: Wo immer es die Behauptung von 'Ich bin dieser Körper' (Potapanu) gibt und man sagt 'das ist meins', ist das Mein-heit (Mamata). Mein-heit ist auch eine falsche Zuschreibung (Aaropit Bhaav). Wenn die Mein-heit verschwunden ist, wird man als Gott (Bhagwan) angesehen. Das 'Ich' geht nicht weg, das 'Ich' war auch eine [falsche] Zuschreibung (Aaropit) und wird nun an seinen wahren Ursprung gebracht. Das 'Ich' ist mit Sicherheit immer da. Es existiert (Astitva) bereits, aber es gibt kein Gewahrsein des wahren Selbst (Vastutva). Sobald das Gewahrsein des Selbst entsteht, dann ist es vollendet.

Fragender: Fällt die falsche Zuschreibung weg?

Dadashri: Ja, sie fällt weg.

Fragender: Muss diese Mein-heit geheilt werden?

Dadashri: Aber wie kann sie geheilt werden? Dir wird gesagt,  du sollst dieses und jenes loslassen, was bleibt dann übrig? Wenn du deine Mein-heit loslässt, was bleibt dann übrig?

Fragender: Die Glückseligkeit des Selbst (Nijanand).

Dadashri: Ja, aber hat irgendjemand gelernt, wie man 'Mein-heit' loslassen kann? Ist sie für irgendjemanden verschwunden, der sie losgelassen hat? Zeig mir den, der es geschafft hat, sie loszuwerden; zeig mir eine einzige Person. Dann werden wir zu ihm gehen, warum sollten wir hier satsang machen? Wenn es einen anderen Ort gibt, an dem sie verschwunden ist, werde auch ich dorthin gehen. Es wäre ein unglaubliches Glück, dass jemand sich in diesem aktuellen Zeitzyklus davon befreien könnte.

Es ist also sehr unwahrscheinlich, dass die Mein-heit weggeht. Wenn man weiß, wie man 'meins' und Mein-heit loswerden kann, dann bleibt nichts mehr übrig. Es besteht nicht mal die Notwendigkeit, dieses Wissen (Gnan) zu haben. Was bedeutet es, die Mein-heit aufzugeben? Du bist ein Jain, und daher verstehst du: Wenn du die Mein-heit aufgeben willst, musst du als Erstes deine Armbanduhr abnehmen und zur Seite legen. Sie ist weg. Leg deine Brille weg. Dann, sind dies deine Hände? Die kannst du nicht weglegen, lass sie dort, wo sie sind, aber sind sie deine? Das verstehst du. Du musst verstehen, dass du nicht der Eigentümer bist. Diese Hände gehören mir, diese Beine gehören mir, dies ist mein Kopf, das sind meine Augen - nimm von all dem die Eigentümerschaft weg. Selbst dieser Name ist Mein-heit (Marapanu). Wie ist dein name?

Fragender: Chandubhai*.

Dadashri:  Dieser [Name] Chandubhai* ist auch Mein-heit. Deshalb muss sogar Chandubhai beiseitegelegt  werden. 'Ich bin ihr Ehemann', auch das ist Mein-heit. 'Ich bin der Ehemann dieser Frau', wird jemand sagen. Du musst all diese Mein-heit loswerden. Und dann: Der Verstand ist meiner, der Intellekt (Buddhi) ist meiner, das Chit (innere Vorstellungskraft) ist meins, das Ego ist meins. Und so bleibst du zurück, und wer ist das, der zurückbleibt? Wenn du alle Mein-heit losgeworden bist, wer bleibt dann übrig? Es gibt zwei: 'Ich' und 'meins', und so bleibt das 'Ich' übrig. Das wahre Ich!

*Chandubhai = Immer wenn Dadashri den Namen 'Chandubhai' oder den Namen der Person, die er anspricht, verwendet, sollte der Lesende seinen Namen für das genaue Verstehen einsetzen.

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